Handy aufladen mit Strom aus Urin

18. Juli 2013

Handy aufladen mit Strom aus UrinEine Forschergruppe der Universität von West-England hat dieser Tage eine Entdeckung vorgestellt, die viele mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht aufnehmen werden: Sie haben eine Methode entwickelt, mit der Handys mit Hilfe von Strom aus Urin aufgeladen werden können. Das mag für Bewohner der westlichen Welt ziemlich sinnlos klingen, doch für Camper, Dritte-Welt-Länder oder Außenposten ohne direkte Stromanbindung könnte diese Erfindung recht nützlich sein.

Wie funktioniert das?

Die Grundlage für diesen Vorgang bilden spezielle Bakterien, die Urin verstoffwechseln und dabei Elektronen produzieren. Diese Elektronen werden in einer microbial fuel cell (kurz: MFC) aufgefangen und gespeichert.

Dr. Ioannis Ieropoulos spricht in einem Interview begeistert von seiner Entdeckung, da diese weder von Sonne, noch von Wind abhängig ist. Ganz im Gegenteil: Das Verfahren läuft mit einer Ressource, die unendlich lang verfügbar sein wird, solange es Menschen oder Tiere gibt. Und das Beste daran: Die Energiequelle ist eigentlich Abfall, das heißt, sie wird an keiner anderen Stelle vermisst

In einem ersten Test wurde ein handelsübliches Samsung-Handy an die Speicherzelle angeschlossen und hat daraufhin angefangen sich aufzuladen. Das Problem: Der Strom aus Urin hat lediglich lange genug gereicht, um einen kurzen Anruf zu tätigen. Die Forschergruppe hat allerdings die Vision, dass das Verfahren in Badezimmern fest installiert werden könnte. Auf Dauer würde sich die Stromersparnis also läppern, insbesondere in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Kneipen oder Discotheken.

Momentan hat die Zelle noch die Größe einer Autobatterie, doch mit ein wenig Fein-Tuning werden die Zellen für den Strom aus Urin in Zukunft sicher kleiner werden. Außerdem ist der Preis unschlagbar günstig, da jede Zelle nur ungefähr 1,00 bis 2,00 Euro kostet.

Das Projekt “Strom aus Urin” wurde übrigens von der Gates Foundation gesponsort, um eine kostengünstige Methode zu entwickeln, wie man Strom in Dritte Welt Länder bringen könnte. Bei der Stiftung handelt es sich um die Hilfsorganisation von Microsoft-Guru Bill Gates. Insbesondere in sehr abgelegenen Gegenden könnte sich das Verfahren ebenfalls etablieren, vor allem, wenn in diesen Gegenden Sonne und Wind unvorhersehbar sind und die Installation von Windkraftanlagen oder Solaranlagen sich nicht rentieren würde.

Fazit: Strom aus Urin

Im Prinzip handelt es sich bei dem Projekt nur um eine Spielerei für Bewohner der westlichen Welt, doch in der Dritten Welt, oder an verlassenen Außenposten, könnte sich die Speicherzelle für Strom aus Urin wirklich durchsetzen.

Wenn es den Forschern gelänge, die Größe der Gerätschaft zu reduzieren und den Preis beizubehalten, dann wäre die Anschaffung sicherlich lohnenswert für Camper oder Wanderer, denen gerne mal der Akku vom Handy flöten geht.

Wir sind gespannt, was diese Gruppe in Zukunft noch für Verbesserungen für die Menschheit bereithält und inwieweit das Projekt Strom aus Urin weiter verbessert wird.

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