Familie durch Fracking-Firma zum Schweigen gebracht

08. August 2013

Familie durch Fracking-Firma zum Schweigen gebrachtFracking ist aktuell ein sehr umstrittenes Thema weltweit. Dabei ist es unwichtig, ob man sich in Deutschland, in den USA oder sonstwo auf der Welt befindet. Wo das Thema Fracking auftaucht, da taucht auch Kritik auf, da das neue Verfahren zum Erreichen von fossilen Brennstoffen zum einen die Natur schädigt, zum anderen aber auch die menschliche Gesundheit.

Immer wenn mit dem Fracking-Verfahren die Gasvorkommen tief unter der Erde angezapft werden, dann ist eine Menge Geld im Spiel, welches so manche Kritik erstummen lassen kann. So geschehen in Pennsylvania (Bundesstaat in den USA) bei Familie Hallowich: Mit 750.000 Dollar erkaufte sich die Fracking-Firma das Schweigen der Familie über die gesundheitlichen Folgen von Fracking.

Was ist passiert?

Die Hallowichs besaßen in Mount Pleasant ein Stück Land, in dessen Nähe Anlagen für Fracking gebaut wurden. Neben dem Wertverfall ihres Grundstückes, litten vor allem die Kinder unter gesundheitlichen Problemen: Brennende Augen, Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen. Auch das Grundwasser soll kontaminiert worden sein.

Aus diesen Gründen wollte Familie Hallowich so schnell wie möglich die Gegend verlassen, um das Wohl ihrer Kinder zu schützen. Wie das ging? Ganz einfach: Die Firma zahlte der Familie 750.000 Dollar – im Gegenzug musste die Familie vertraglich zusichern, dass sie nie wieder in ihrem Leben über Fracking sprechen würden. Das gilt sowohl für die Eltern, als auch für die Kinder.

Kann man das Schweigen von Kindern vertraglich festlegen?

Die Frage ist dabei, wie man als Elternteil kontrollieren soll, was die eigenen Kinder in der Gegenwart und in der Zukunft von sich geben werden. Diesbezüglich hat die Familie sogar Akteneinsicht beantragt, um die Frage ein für alle Mal zu klären. Der aktuelle Stand: Bei Vertragsunterzeichnung wurden die Kinder eindeutig mit eingeschlossen. Die Frage lautet jedoch: Darf man überhaupt Verträge für seine eigenen Kinder abschließen, die noch gar nicht mündig sind? Wieso sollte ein Erwachsener sich an Verträge halten müssen, die die Eltern in seinem Namen vor vielen Jahren abgeschlossen haben?

Das musste sich auch das Fracking-Unternehmen eingestehen, weshalb die Kinder aktuell vom Unternehmenssprecher vom Vertrag ausgeschlossen wurden.

Der Fall ist übrigens schon zwei Jahre alt. Er hat erst durch die Beantragung der Akteneinsicht seinen Weg an die Öffentlichkeit gefunden.

Die negativen Folgen von Fracking

An diesem Beispiel sieht man wieder, wie negativ behaftet der Begriff Fracking mittlerweile ist. Familien verlieren ihr eigenes Land, ihre Gesundheit und ihre Meinungsfreiheit. Wo Geld im Spiel ist, da hat der Einzelne nicht auf sein Recht zu bestehen. Er wird von einem riesigen Konzern aufgekauft und kann sehen, wo er in Zukunft bleibt.

Wer jetzt behauptet, dass die Familie aus freien Stücken gehandelt habe, der sollte noch einmal genau hinschauen: Was bleibt einer Familie übrig, wenn die Kinder erkranken und das einst schöne Grundstück von Bohrtürmen umringt wird, die das Grundwasser verpesten. In unseren Augen hat die Familie das Beste aus der Situation gemacht: Geld abgreifen und schnellstmöglich das Weite suchen. Der Einzelne hat nun einmal keine Chance gegen Milliarden-Firmen.

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